Bester Mörtel für die Fugen - Felsburg-Sanierung geht in diesem Jahr weiter

Von Manfred Schaake
Die Sanierung der Felsburg soll in in diesem Jahr fortgesetzt werden. Das hat die für das staatseigene Baudenkmal zuständige Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten in Hessen auf HNA-Anfrage mitgeteilt. Für 2019 sei die Fortführung der Instandsetzungsarbeiten an der Palaswand geplant, sagte Elisabeth Weymann, Sprecherin der Schlösser- und Gärtenverwaltung. Die Palaswand ist Teil der Nordmauer, an der vor zwei Jahren die vom Einsturz bedrohten gotischen Fenster aus dem 13. Jahrhundert gesichert worden waren.

Die Felsburg bleibt also weiterhin ein Fall für die Bausanierer und Denkmalpfleger. 1986 hatte die große Instandsetzung begonnen. Über 2,5 Millionen Euro hat das Land als Burgeigentümer investiert. Die Arbeiten dauerten über 20 Jahre. Doch Baubedarf herrscht immer. Bereits 2011 hatte die Schlösserverwaltung bei einem Ortstermin die Notwendigkeit gesehen, weitere Arbeiten ausführen zu müssen. Da sich danach aber nichts tat, wandte sich der Burgverein an das Land. Das zuständige Ministerium für Wissenschaft und Kunst aber sah „keinen Handlungsbedarf”. Nachdem der Landtagsabgeordnete Günter Rudolph mit Nachdruck auf die Notwendigkeit weiterer Arbeiten hingewiesen hatte, lenkte das Land ein.

Im Sommer 2017 hatte die vom Land beauftragte Diplom-Restauratorin Kirsten Harms aus Ellerstadt an der Weinstraße die gotischen Fenster sowie Putzreste aus dem Mittelalter gesichert. Die Fachfrau hat bereits an der Hersfelder Stiftsruine sowie an Weltkulturerbe-Bauwerken wie dem Kloster Lorsch gearbeitet. Im Herbst 2017 legte sie auf der Nordmauer Musterflächen an. Dafür hatte sie verschiedene Mörtelrezepturen entwickelt. Die Musterflächen sollen bei der Suche nach der besten Lösung zum Erhalt mittelalterlichen Mauerwerks dienen.

Diese Probeflächen für die Neuverfugung werden in diesem Jahr begutachtet, „um ein Konzept für weitere Maßnahmen zu erarbeiten”. Das hat Architektin Dr. Katarina Papajanni, Baudenkmalpflegerin der Verwaltung der Schlösser und Gärten, gegenüber der HNA mitgeteilt. Mit der Erneuerung der Verfugung werde voraussichtlich 2020 begonnen.

„Die Bauunterhaltung an den Mauerkronen und an den Mauerflächen wird auch weiterhin eine ständige Aufgabe sein.” Das hatte der zuständige Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen – früher Staatsbauamt – bereits vor zwei Jahren zum Thema Felsburg erklärt. Und auch Kirsten Harms hatte nach Fertigstellung der Musterflächen betont: „Das große Problem aller Burgruinen sind generell die offen stehenden Mauerkronen.” Wassereintrag und thermische Spannungen sind ein Problem, hohe Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter beschleunigen die Fugenschäden. Und gerade deshalb erhofft man sich von den Probeflächen in Felsberg weitere Erkenntnisse. Das Modell Felsberg ist auch ein Fall für das Institut für Steinkonservierung in Mainz – es begleitet das Felsburg-Projekt.


Das sagt der Burgverein
„Der Burgverein Felsberg freut sich darüber, dass die vorübergehend ins Stocken geratene Sanierung der Felsburg nunmehr kontinuierlich fortgesetzt wird.” Das sagt Horst Fenge, Vorsitzender des 1885 gegründeten Burgvereins. Fenge: „Durch die Fortsetzung der Bauarbeiten ist gewährleistet, dass jedes Jahr mehrere tausend Besucher die Burg fast ohne Einschränkung besichtigen können.”
Die Burg ist auch in diesem Jahr von Ostersonntag bis Ende Oktober an allen Sonn- und Feiertagen zwischen 13 und 17 Uhr geöffnet.” (m.s.)
 

 


„Die Fachfrau für historisches Mauerwerk und den richtigen Mörtel: Diplom-Restauratorin Kirsten Harms hat im Auftrag des Landes Hessen auf der Felsburg gearbeitet und dafür Lob und Anerkennung bekommen. Unser Foto entstand im Vorjahr am so genannten Eselstor. Es war früher der Eingang zur Burg und heißt so, weil Esel für die Versorgung der Burgbewohner sorgten. Sie kamen vom Marktplatz über den so genannten Eselspfad auf die Burg.
Foto: Manfred Schaake


Freuen sich auf weitere Instandsetzungsarbeiten an der Palasmauer der Felsburg: Ein Teil der Mitglieder des Arbeitskreises des Burgvereins nach dem ersten Arbeitseinsatz in diesem Jahr. Im Bild von links Wolfgang Knaust, Erik Herzog, Horst Fenge, Dieter Diesing, Hubert Göritzer, Karl-Hans Klaus, Werner Schäfer, Georg von Vogt und Gert Knorr. Der Arbeitskreis leistet pro Jahr um die 1000 Arbeitsstunden auf der Burg und im Landschaftsschutzgebiet.
Foto: Manfred Schaake