Lob für die Denkmalpfleger Ministerin Kühne-Hörmann zu Besuch auf der Felsburg
Von Manfred Schaake

Die über 1000 Jahre alte Felsburg erwies sich beim europaweiten Tag des offenen Denkmals als Publikumsmagnet. Seitens der Besucher gab es viel Lob und Anerkennung für die Arbeit des Burgvereins, der jedes Jahr ehrenamtlich 1800 bis 2000 Arbeitsstunden für die Pflege des staatseigenen Baudenkmals und des Landschaftsschutzgebietes leistet und auch Träger des Hessischen Denkmalschutzpreises und des Paul-Dierichs-Preises der HNA ist.
„So etwas geht nur mit Bürgerengagement”, sagte Justizministerin Eva-Kühne-Hörmann zum heute guten Zustand der einst vom Verfall bedrohten Burg. Bevor sie vor sechs Jahren ins Justizressort wechselte, war sie fünf Jahre Ministerin für Wissenschaft und Kunst und damit auch für die Felsburg zuständig. Die gehört zur Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten in Hessen.
Nach der über 20 Jahre dauernden Grundsanierung gab es erneut Baubedarf, und die Ministerin half mehrfach. „Wenn ein Verein so vorbildliche Arbeit leistet, hilft auch der Staat gern”, sagte Kühne-Hörmann. „Das ist alles sehr gut geworden”, kommentierte sie die Sanierungsarbeiten und bestieg auch den 30 Meter hohen Burgturm. Der war während der großen Instandsetzung verputzt worden, weil dies nach Ansicht der Experten der beste Schutz für das Baudenkmal ist, erfuhren die Besucher während der Führungen. Die Ministerin („Ich klettere gern auf Türme”) war begeistert vom Blick ins Edertal bis hin zum Herkules: „Das ist phantastisch.”
„Ohne Burgverein gäbe es die Felsburg gar nicht mehr.” Damit zitierte Burgvereins-Vorsitzender Horst Fenge den früheren hessischen Wirtschaftsminister Dieter Posch und andere Politiker der Region sowie den langjährigen Leiter des Staatsbauamtes Schwalmstadt, Baudirektor Wolfram Kuske. Die Besucher erfuhren, dass während der ungezählten Bauabschnitte immer wieder Geld fehlte und der Burgverein ununterbrochen „bohrte”, Bittbriefe und Entschließungen an die Landesregierung und Behörden schickte. Hervorgerufen wurde, dass es stets „eine überparteiliche Baustelle” war und schließlich alle Parteien im Landtag Geld bewilligten.
Das diesjährige Motto des Denkmal-Tages, „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur”, hatte einen direkten Bezug zur Felsburg, die vom 11. bis 13. Jahrhundert Sitz der Grafen von Felsberg war, die sie auch erbauen ließen. Um 1500 wurde die Burg nicht mehr bewohnt und zur Ruine.
Mit Kulturwart Hans Poth begaben sich die Besucher auf eine lange Zeitreise. „Sie sind hier mitten im Mittelalter”, begrüßte Poth die Gäste. Und war über die Zuschauer-Resonanz sehr zufrieden: „Viele positive Stimmen bestärken uns, weiterhin ein Baudenkmal von nordhessischem Rang zu pflegen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.” Horst Fenge: „Die Arbeit macht uns Spaß, und wir machen weiter.”
Viel Beifall gab es für die Jagdhornbläsergemeinschaft Hubertus Melsungen/Fulda-Eder-Spitze, deren Auftritt beim Tag des offenen Denkmals auf der Felsburg inzwischen schon Tradition ist.


Mittendrin: Beim Tag des offenen Denkmals mischte sich Justizministerin Eva Kühne-Hörmann auch unter die Jagdhornbläsergemeinschaft Hubertus Melsungen/Fulda-Ederspitze. Als frühere Ministerin für Wissenschaft und Kunst war sie auch für die Felsburg zuständig, die nach dem Aussterben der Grafen von Felsberg an die Landgrafenschaft Hessen übergegangen war. Fotos: Manfred Schaake

Großes Interesse: Die über 1000-jährige Geschichte der Felsburg und die Sanierung des Baudenkmals standen im Mittelpunkt der Führungen mit Kulturwart Hans Poth, vorn rechts. Unser Bild entstand zwischen Zwinger und Hauptburg.