Ein Leben für die Heimat
Hans Poth wurde 80 – Weiter als Stadt- und Burgführer aktiv
Von Manfred Schaake
Viele Jahrzehnte hat er sich für seine Heimatstadt engagiert, vergangenen Samstag feierte Hans Poth im Kreis seiner Familie seinen 80. Geburtstag. Für ihn Anlass, aus der Kommunalpolitik auszusteigen. Als Heimathistoriker, Kulturwart des Burgvereins, Stadt- und Burgführer bleibt er weiter aktiv. Und er will weiter dafür kämpfen, dass das ehemalige jüdische Ritualbad in der Altstadt durch ein Dach geschützt wird und die mittelalterliche Stadtmauer gerettet wird. Die ist laut Poth an einigen Stellen vom Einsturz bedroht, „hier herrscht dringender Handlungsbedarf”.
Rechnet man Poths Engagement im Ortsbeirat, Stadtparlament, Magistrat, Kreistag und Kreisausschuss zusammen, kommt man auf 88 Jahre. Hinzu kommen mehr als 60 Jahre im Burgverein, Geschichtsverein, Partnerschaftsverein und weiteren Vereinen. Bei der Felsberger Eintracht hat er Tischtennis gespielt. Er trainierte Schüler- und Jugendmannschaften und stellte dabei eine gut funktionierende Verbindung zwischen Schul- und Vereinssport her. Im Förderverein Ernst-Schaake-Bad hat er zusammen mit Dietrich Bürger eine enge Zusammenarbeit mit der Dreiburgenschule angestoßen und begleitet.
Poth, in Darmstadt geboren, kam 1968 an die Felsberger Schule, war bis 2004 hier tätig. Als Rektor und Mitglied der Schulleitung begleitete er die Entwicklung der ehemaligen Mittelpunktschule Edertal zur Gesamtschule mit bis zu 1200 Schülern.
Poth hatte technischer Zeichner gelernt, wollte Maschinenbau-Ingenieur werden. Mit 25 holte er das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nach. „Die Förderung und Erhaltung des Bildungsangebotes im ländlichen Raum, der Volkshochschule und Kreisjugendpflege lag mir besonders am Herzen”, sagt Poth, der schulpolitischer Sprecher der SPD im Kreistag war.
Seit 1969 ist er Mitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, war auch im Kreisvorstand aktiv und war auf Landesebene federführend beteiligt an der Einführung des Fachs Arbeitslehre. Er war auch Schöffe und gehörte dem Verwaltungsrat der ehemaligen Stadtsparkasse Felsberg an.
„Auf der Woge der Begeisterung für Willy Brandt”, wie es sagt, wurde er 1972 Mitglied der SPD. Als sehr gute politische Schule wertet er die Mitarbeit im Felsberger Ortsbeirat. Der verheiratete Vater von zwei Kindern ist Träger des Bundesverdienstkreuzes, des Ehrenbriefes des Landes Hessen, der Verdienstmedaille des Schwalm-Eder-Kreises und ist Ehrenstadtverordneter. Bis jetzt gehörte er dem Magistrat an.
Seit 1986 hat er als Kulturwart des Burgvereins tausende Besucher durch die Stadt und über die Burg geführt und jedes Jahr den Kultursommer auf der Burg organisiert. Dieses Engagement möchte er nach Corona gern fortsetzen. Bekannt sind Poths fundierte Berichte über die Geschichte der Heimat auch in der HNA, alles nachzulesen auf der Homepage des Burgvereins. „Die herrliche Landschaft und der Menschenschlag haben mich beeindruckt”, sagt der gebürtige Südhesse über seine zweite Heimat. Felsburg, Heiligenberg und die Altenburg noch mehr ins Zentrum rücken und sie als Ort der Kommunikation sehen – für Hans Poth ist und bleibt es eine Lebensaufgabe.


Er gibt sein Wissen gern weiter: Hans Poth wurde 80. Foto: Manfred Schaake