Schutz für gotische Fenster
Entwicklung der Mauerschäden wird weiter beobachtet
Von Manfred Schaake
Zum Schutz der im Jahre 2017 vor dem Einsturz geretteten gotischen Fenster auf der Felsburg ist jetzt ein Wetterschutz angebracht worden. Ziel ist, dass an dieser Stelle kein Wasser mehr in das Mauerwerk aus dem 13. Jahrhundert eindringt und weitere Schäden verhindert werden. Die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen hat auf HNA-Anfrage für 2022 „bauliche Maßnahmen” angekündigt, „um Schäden zu beheben und den Bestand zu bewahren”. Ursprünglich war die Fortführung der Instandsetzungsarbeiten an der Palaswand bereits für 2019 vorgesehen. Die Palaswand ist ein Teil der Nordmauer. Hier hatte die Diplom-Restauratorin Kirsten Harms aus Ellerstadt an der Weinstraße im Sommer 2017 die gotischen Fenster sowie Putzreste aus dem Mittelalter gesichert. Im Auftrag der Schlösserverwaltung hat sie die Fenstergewände aus Sandstein jetzt mit Holztafeln aus Seekiefer gesichert. Ein Material, „das der Witterung lange die Stirn bietet”, wie Harms formuliert. Die Fachfrau hat schon an der Bad Hersfelder Stiftsruine sowie an Weltkulturerbe-Bauwerken wie dem Kloster Lorsch gearbeitet. An der Nordmauer hatte sie im Jahre 2017 Musterflächen angelegt und dafür verschiedene Mörtelrezepturen angelegt. Diese Musterflächen hatten allgemeine Anerkennung gefunden. Sie sollen weiterhin bei der Suche nach der besten Lösung zum Erhalt des Mauerwerks aus Basalt- und Sandsteinen dienen. „Aktuell wird vor Ort intensives Monitoring betrieben, um die Entwicklung der Schäden in einem längeren Zyklus und im Verlauf aller Wetterperioden zu beobachten und aufzuzeichnen.” Das hat Lena Liebau von der Presseabteilung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen mitgeteilt. Eine solche sorgfältige Untersuchung mache ersichtlich, welche Ursache den Schäden zugrunde liegen, ob sich das Schadensbild verändere „und welche Maßnahmen sinnvoll sind, um die bauliche Substanz bestmöglich zu erhalten und langfristig zu bewahren”. Dafür werde Ende dieses Jahres bei der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen ein Budget beantragt, „um 2022 bauliche Maßnahmen an der Burgruine umsetzen zu können”. Wie genau die Vorhaben aussehen und wie hoch die Kosten dafür seien, könne derzeit noch nicht mitgeteilt werden. Die Felsburg war ab 1987 von Grund auf saniert worden. Bis 2005 wurden mehr als drei Millionen Euro investiert. Auch der Burgverein beteiligte sich finanziell und leistete auch während der Sanierungsarbeiten tausende von Arbeitsstunden. Vor allem die Mauerkronen sind und bleiben ein Problem. „Die Bauunterhaltung an den Mauerkronen und den Mauerflächen wird auch weiterhin eine ständige Aufgabe sein.” Das hatte der zuständige Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen – früher Staatsbauamt bereits 2017 erklärt. Und auch Restauratorin Harms hatte schon damals erklärt: „Das große Problem aller Burgruinen sind generell die offenstehenden Mauerkronen.” Zur aktuellen Lage sagte sie gegenüber der HNA. „Wir müssen die Kronen dauernd beobachten, weil sie wegen der thermischen Spannungen und hohen Temperaturunterschiede einer Dauerbelastung ausgesetzt sind.” Das sagt der Burgverein „ Wir hoffen, dass die geplanten und notwendigen Maßnahmen so schnell wie möglich in den Landeshaushalt aufgenommen und auch finanziert werden”, sagt Horst Fenge, der 1. Vorsitzende des Burgvereins Felsberg. Und: „Die Notwendigkeit ist allen Beteiligten klar. Ein Aufschieben der Arbeiten würde alles nur teurer machen.”

 

Aus Seekiefer-Holz sind die Wetterschutz-Tafeln, die die Diplom-Restauratorin Kirsten Harms und ihr Mitarbeiter Alexander Bonifer, links, an den gotischen Fenstern der Felsburg-Nordwand anbrachten. In der Bildmitte Horst Fenge, der Vorsitzende des Burgvereins, der sich seit seiner Gründung 1885 um das staatseigene Baudenkmal kümmert. 

Arbeiten an der Mauer

Eins der beiden gotischen Fenster vor der Montage des Wetterschutzes.
Fotos: Manfred Schaake