Das ganze Jahr ist Felsburg-Zeit

Arbeitskreis des Burgvereins sucht dringend Unterstützung – Junge Helfer willkommen
Von Manfred Schaake
Der Arbeitskreis des Burgvereins Felsberg brauche für den Erhalt und die Pflege des staatseigenen Baudenkmals Felsburg und das Landschaftsschutzgebiet rund um die Ruine dringend weitere ehrenamtliche Unterstützung und vor allem junge Kräfte. Das sagte Erik Herzog, seit vielen Jahren Arbeitswart, bei der traditionellen Jahres-Zusammenkunft des Arbeitskreises im Gasthaus zum Bahnhof. Ohne künftige Unterstützung durch weitere Helfer könnten die vielfältigen Aufgaben nicht mehr wie bisher bewältigt werden.
„Danke für ein tolles Jahr”, rief Herzog allen Helfern zu. Deren Zahl habe sich leider von 27 auf 17 verringert. Herzog: „Die Burg ist in einem Top-Zustand. Leider schaffen wir es nicht, junge Helfer zu gewinnen. Es ist die Burg aller Felsberger, und die Felsberger müssen begreifen, dass sie ihre Burg auch pflegen müssen.”
Für 2020 hat Herzog für den Arbeitskreis das Motto Felsburg-Zeit ausgerufen. Das solle unterstreichen, wie wichtig die Mitarbeit im Arbeitskreis sei: „Es ist Zeit, dass wir uns Zeit nehmen für die Felsburg. Zeit nehmen für die aktive Mitarbeit im Arbeitskreis.” Alle Burgvereinsmitglieder und weitere Bürger sind nach den Worten Herzogs aufgerufen, sich aktiv an der Pflege und Werterhaltung der Felsburg zu beteiligen. Ansonsten bestehe die ernsthafte Gefahr für den Fortbestand des Arbeitskreises. Pflege und Instandhaltung der Burg seien kein Selbstläufer, betont Herzog: „Hier müssen sich Menschen engagieren, sonst verwildert solch ein tolles Wahrzeichen schneller, als uns allen lieb ist. Der Erhalt der Felsburg als Wahrzeichen unserer Heimat ist die Verpflichtung aller.”
Bei Burgführungen sowie den Öffnungen an Sonn- und Feiertagen gebe es immer wieder viel Lob und Anerkennung für den guten Zustand der Gesamtanlage, sagten Vorsitzender Horst Fenge und Arbeitswart Herzog. Das sei dem Arbeitskreis des Burgvereins zu verdanken, der das Denkmal seit seiner Gründung im Jahre 1885 für den Staat ehrenamtlich betreue und sich gerade nach dem letzten Weltkrieg große Verdienste um den Erhalt der Burg und deren Restaurierung erworben hat. Das vorbildliche Engagement sei auch im Vorjahr von der für Felsberg zuständigen Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten gewürdigt worden, sagte Fenge. „Schlösser und Gärten ist des Lobes voll, und dieser Dank gilt Euch allen”, rief der Vorstand den Arbeitskreismitgliedern zu.
„Herzlichen Dank für die Unterstützung” – das erfreute die Mitglieder des Arbeitskreises, die sich im Vorjahr erneut zu 13 Arbeitseinsätzen trafen und sich alle Jahre wieder zum Abschluss des Jahres in gemütlicher Runde zusammen setzen. „Wir haben für unsere Burg auch 2019 sehr viel erreicht”, lautete die Bilanz der vielen Arbeitsstunden. Eine wahrhaft stolze Leistung. Lob und Anerkennung habe es in der Bevölkerung erneut für das neue Weihnachtsbaum-Gestell in Form eines Tannenbaumes gegeben, sagte Erik Herzog. Wie berichtet, hatte Arbeitskreismitglied Wolfgang Knaust im Jahre 2018 den über zehn Jahre alten Plan eines Mitgliedes verwirklicht. „Es gab viel positive Resonanz”, freut sich Herzog auch über viele schöne Fotos. Er dankte auch für den Mut, die Veränderung zu unterstützen. „Die Weihnachtsbeleuchtung hat einen hohen Stellenwert in der Bevölkerung”, betonte Herzog. Dankbar ist der Burgverein auch dafür, dass auch im Vorjahr Instandsetzungsarbeiten am historischen Mauerwerk ausgeführt wurden. Diplom-Restauratorin Kirsten Harms aus der Pfalz hatte bereits 2017 die vom Einsturz gefährdeten gotischen Fenster an der Nordmauer gerettet, die Mauerkronen gegen eindringendes Wasser geschützt und Putzreste aus der Zeit zwischen 1330 und 1390 gesichert. Auch im Vorjahr hat sie auf der Felsburg gearbeitet, ein Bauunternehmen hat weitere Arbeiten ausgeführt. Der Burgverein ist dankbar, dass nach Jahren des Stillstandes Dank der kämpferischen Initiative des Vereins 2017 der Durchbruch gelang und die zuständigen Landesbehörden Aufträge an kompetente Handwerker vergeben haben. Das ist auch auf gute Kontakte zu den Behörden und zu Politikern zurückzuführen. Das permanente „Bohren” hat sich gelohnt. Und das Engagement wurde beim Tag des offenen Denkmals auch von der früheren Ministerin für Wissenschaft und Kunst und der jetzigen Justizministerin Eva Kühne-Hörmann als vorbildlich gewürdigt. „Wir machen das alles für die Allgemeinheit und lassen nicht zu, dass unsere schöne Burg, die mit Altenburg und Heiligenberg das Edertal prägt, mit Wildwuchs zu wuchert”, betonte Erik Herzog. Ihm zollte Ehrenvorstand Manfred Schaake besonderen Dank: „Erik Herzog ist uns allen ein Vorbild und ein guter Motivator. Wir brauchen Dich noch viele Jahre.”