120 Jahre Burgverein,

Wiedereröffnung der sanierten Felsburg und Jahreswandertreffen des Hessisch-Waldeckischen Gebirgs- und Heimatvereins

Der Burgverein sagt Danke! Unter diesem Motto feierte der Burgverein vom 24. - 26.06.2005 ein großes Burgfest. Anlass waren das 120jährige Bestehen des Vereins, die feierliche Übergabe und offizielle Eröffnung der Felsburg nach 16-jähriger Sanierungszeit und das Jahreswandertreffen des Hessisch-Waldeckischen Gebirgs- und Heimatvereins. Es war das erste Burgfest seit 1985.

Der Burgverein dankt allen, die die Felsburg-Sanierung finanziell ermöglicht, organisiert und im Vorjahr gemeinsam mit ihm zu Ende gebracht haben. Es war und ist keineswegs selbstverständlich, dass das Land Hessen mehr als 2 Millionen Euro für die Sanierung eines staatseigenen Baudenkmals bereitstellt. Aber der Verein hat es verstanden, immer wieder erfolgreich an den richtigen Stellen zu bohren und ist sehr stolz und dankbar, dass das Juwel im Edertal für die nächsten Generationen vor dem Verfall gerettet worden ist. Seit seiner Gründung 1885 engagiert sich der Burgverein mit Erfolg für die Burg, die Erhaltung des althergebrachten Brauchtums, die Heimatpflege, die Wanderbewegung, den Natur- und Landschaftsschutz. Die Arbeit ist sehr vielseitig und findet nicht nur bei der Bevölkerung, sondern auch staatlichen Stellen ein großes Maß an Anerkennung. Dieses kann man z. B. deutlich an den wachsenden Mitgliederzahlen erkennen. Der Verein hat zur Zeit 451 Mitglieder. Er ist damit der zweitgrößte Zweigverein im Hessisch-Waldeckischen Gebirgs- und Heimatverein.

Die Feierlichkeiten begannen mit der Übergabe der sanierten Felsburg durch den Hessischen Minister für Wissenschaft und Kunst Udo Corts an den Burgverein. Die anwesenden Festredner würdigten das Engagement des Vereins als vorbildlich und merkten an, dass Dank in der heutigen Zeit leider eher selten geworden ist.

Bürgermeister Stiegel überreichte den beiden 2. Vorsitzenden Thomas Schmidt und Manfred Schaake stellvertretend für den Verein in Würdigung besonderer Verdienste und vorbildlichen Auftretens im heimatpflegerischen und kulturellen Bereich die Ehrenurkunde der Stadt. Der Festakt wurde von der MGV Liedertafel Felsberg umrahmt. Im Anschluss daran gab es im Festzelt Musik und Tanz mit der Band "The Wild Birds" und die Felsberger Theatergruppe "Die Landeier" unterhielt das Publikum mit einigen Sketchen. Bei hochsommerlichen Temperaturen fanden sich viele Besucher auf dem Festplatz ein.

Das Programm am Samstag stand im Zeichen "Ritter und Burgen" und bot viel Unterhaltung für die jüngsten Besucher. Die Erzieherinnen des evangelischen Kindergartens Felsberg schminkten die Kinder und bastelten mit ihnen Rüstungen und Burgfräuleinkostüme. Auch das große Gewitter am Nachmittag konnte die gute Stimmung nicht trüben. Kurzerhand wurden die Attraktionen ins Festzelt verlegt, wo die Kinder die Erwachsenen mit Liedern unterhielten. Zahlreiche Besucher mussten eine Stunde auf der Burg ausharren, wo sie Gelegenheit hatten, sich in Ruhe den Film des Burgvereins über die Sanierungsphase der Burg anzuschauen. Nach dem der große Regen vorbei war, entführte der Schwetzinger Kammerchor Quatro Forte die zahlreichen Zuhörer auf der Burg in längst vergangene Zeiten zwischen Renaissance und Barock.

Im Bürgersaal des Rathauses fand währenddessen für die Mitglieder der 45 Zweigvereine des Hessisch-Waldeckischen Gebirgs- und Heimatvereins die 122. Jahreshauptversammlung statt.

Am Abend brachten die Original Fichtelgebirgsmusikanten unter der Leitung von Franzl Pscherer das vollbesetzte Zelt zum Kochen. Es wurde getanzt, geschunkelt und gesungen bis weit nach Mitternacht.

Die Burg wurde von Samstag bis Sonntag wieder von Rittern bewohnt - den freien Rittern aus Baunatal. Sie hatten ein Lager aufgebaut und vermittelten den Besuchern beim Bogenschießen, Axtwerfen und Schmiedearbeiten einen kleinen Einblick in das harte und karge Ritterleben vergangener Zeiten.

Der Sonntag stand schließlich ganz im Zeichen des Wanderns. Rund 500 Wanderfreunde fanden sich in Felsberg zum Jahreswandertreffen des Hessisch-Waldeckischen Gebirgs- und Heimatvereins ein. Bevor sie sich auf die verschiedenen Wanderstrecken oder zur Stadtführung begaben, wurde ein gemeinsamer Festgottesdienst abgehalten. Nach dem Mittagessen lauschten die Festgäste dem Konzert der Alphornbläser aus Röhrenfurth auf der Freilichtbühne Burgwiese.

Im Anschluss daran fand die Wanderkundgebung statt. Das Niestetaler Akkordeonorchester sorgte für Musik und Unterhaltung und nach der Wimpelbandübergabe an die Wanderer klang das Fest gemütlich aus.

An allen Tagen war die Burg für Besucher geöffnet und nicht nur die Felsberger freuten sich, dass sie ihre Burg wieder besichtigen konnten.

Alles in allem besuchten während des Festes mehrere Tausend Gäste aus Nah und Fern die Burg. Dadurch sieht sich der Burgverein in seinem Bestreben bestärkt, die Felsburg-Anlage zu pflegen und vor dem Verfall zu bewahren.

Burgfest 2005