Feinarbeiten an der Burg: Schäden am Mauerwerk werden behoben – Land investiert 20 000 Euro

von Manfred Schaake

Die 1000 Jahre alte Felsburg bleibt auch zwölf Jahre nach dem Abschluss der aufwändigen Sanierung ein Fall für die Bausanierer und Denkmalpfleger. Ein Teil der neu aufgetretenen Schäden am historischen Mauerwerk wird jetzt behoben. An der Nordmauer hat Kirsten Harms mit dem Sichern der gotischen Fensteröffnungen in der Palaswand begonnen.

Die Diplom-Restauratorin für Wandmalerei und Steinobjekte hat sich für vier Wochen auf der Felsburg eingerichtet. Die Arbeiten werden jetzt im Auftrag des Landesbetriebes Bau und Immobilien Hessen (LBIH) ausgeführt, nachdem der Burgverein sowie die Politiker Günther Rudolph und Dieter Posch mehrfach Druck gemacht hatten. Hessens Minister für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein, hatte im Vorjahr mitgeteilt, es bestehe kein Handlungsbedarf. Den aber hatte die zuständige Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten bereits im Jahr 2011 gesehen. Schließlich kündigte Rhein die jetzigen Arbeiten an. Einsturzgefahr Ziel der Bauarbeiten für rund 20 000 Euro ist nach Angaben des LBIH, den Bestand der Burg „dauerhaft zu sichern und künftigen Schäden vorzubeugen“.

Der Burgverein hatte mehrfach darauf hingewiesen, dass an den Palasfenstern akute Einsturzgefahr bestehe. Ein Statiker hatte den gefährdeten Bereich im Vorfeld begutachtet. In den Fensterlaibungen sind noch mittelalterliche Putzreste vorhanden. Sie stammen nach Überzeugung der Restauratorin Kirsten Harms aus der Bauzeit des zwischen 1330 und 1390 errichteten Palas, dem ehemaligen Wohngebäude.
Die Putzreste werden jetzt gesichert und konserviert, am Bestand wird sich optisch nichts verändern. Die Arbeit der Fachfrau ist durchaus mit der eines Arztes zu vergleichen, der einen von Karies befallenen Zahn behandelt. „Man bewegt sich im Mikrokosmos“, sagt die Restauratorin aus der Pfalz, die unter anderem schon an der Hersfelder Stiftsruine, an den UnescoWeltkulturerbestätten Kloster Lorsch und Kloster Maulbronn, an der Apollinariskirche Remagen und am Kloster Eberbach gearbeitet hat.

Die Restauratorin arbeitet mit Sonde, Spritze, Kanüle und behandelt mürben Mörtel und Putz unter anderem mit Kieselsol – eine Flüssigkeit, die dem Bindemittel des Mörtelsgleicht. Der ursprüngliche Zustand wird mit Fotos und Kartierung dokumentiert. Sorgfältig wie ein Zahnarzt Ein weiterer Abschnitt ist die Ausbesserung des Mauerwerks und der schadhaften Fugen, der Werksteingewände und der Sturzbögen. Der von Kirsten Harms zusammengestellte Kalkmörtel wird dem im Mittelalter verwendeten Material angepasst. Hohle Stellen im Mauerwerk werden sorgfältig verpresst, Risse geschlossen.
Kirsten Harms verwendet Kitt- und Fugeisen, wie man sie aus dem Stuckateurhandwerk kennt. Und bei jedem Detail arbeitet sie so sorgfältig wie ein Zahnarzt.
Nur mit dem Unterschied, dass sie immer im Freien ist – wenn auch auf der Felsburg von einem Dach geschützt. „Ich muss bei jedem Wetter raus“, sagt Harms. Sie fühlt sich wohl auf der Baustelle:

„Eine wunderschöne Landschaft, und die Felsburg ist ein wunderschönes Objekt