Felsburg muss weiter warten - Kein Baustart auf der Felsburg - Schlösser und Gärtenverwaltung: Geld ist zugewiesen

Von Manfred Schaake Schlechte Nachrichten für Felsberg:

Entgegen der Zusage des Landes Hessen wird in diesem Jahr nicht mehr mit Sanierungsarbeiten an dem staatseigenen Baudenkmal Felsburg begonnen. Das hat Karl Weber, Direktor der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten in Hessen, auf HNA-Anfrage mitgeteilt. Wegen Undichtigkeiten am Keller der mittelalterlichen Burg hätten die Arbeiten laut Ankündigung der Verwaltung vom Juli im September beginnen sollen – die HNA berichtete.
Neuerdings hat sich die Schlösserverwaltung bei Bauaufgaben des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen (LBIH) zu bedienen, erläutert Direktor Weber. Hervorgegangen ist dieser neue Landesbetrieb aus dem früheren Hessischen Baumanagement – davor Staatsbauämter – und dem Hessischen Immobilienmanagement.
„Wir haben schon sehr früh im Jahr dem LBIH den Auftrag und die Mittel für die Felsburg zugewiesen”, erklärte Direktor Weber gegenüber der HNA. Leider habe der zuständige Mitarbeiter vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass die Arbeiten nicht mehr in diesem Jahr ausgeführt werden könnten.
Seine zuständige Sachbearbeiterin und er, Weber, seien darüber sehr enttäuscht, „da uns fest eine Erledigung in diesem Jahr zugesagt worden ist”. Die Sachbearbeiterin war übrigens in diesem Jahr bereits viermal auf der Felsburg und hat alle Schäden, die schon seit Jahren bekannt sind, erneut dokumentiert.
Weber: „Wir werden mit allem Nachdruck darauf dringen, dass die Arbeiten, sobald es die Witterung wieder zulässt, ausgeführt werden. Bedauerlicher Weise geschieht es beim LBIH landesweit immer so, dass zugewiesene Aufträge nicht zeitnah abgearbeitet werden.”
Land sah zunächst keinen Handlungsbedarf
 Die 1000 Jahre alte Felsburg ist im Eigentum des Landes Hessen. Betreut wird sie seit seiner Gründung 1885 vom Burgverein Felsberg. Nach der großen Instandsetzung für rund 1,2 Millionen Jahren sind – wie berichtet – erneut Schäden an den Mauern aufgetreten. Bereits im Jahre 2011 hatte es die zuständige Schlösserverwaltung für sinnvoll erachtet, die Schäden möglichst frühzeitig beseitigen zu lassen, damit die Arbeiten nicht noch teurer werden.
Da aber nichts passierte, hatte der Burgverein bereits vor über zwei Jahren Staatssekretär Mark Weinmeister (CDU) eingeschaltet. Dieses Jahr wandten sich der SPD-Landtagsabgeordnete Günter Rudolph und der frühere Minister Dieter Posch (FDP) an die Landesregierung.
Daraufhin hatte der zuständige Minister für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein (CDU), geantwortet, es bestehe kein Handlungsbedarf. Rudolph und Posch wiederum wiesen darauf hin, dass dies nicht den Tatsachen entspreche und im Widerspruch zu früheren Aussagen der Schlösserverwaltung stehe. Daraufhin ließ das Ministerium über Schlosser und Gärten Mitte Juli mitteilen: „Notwendige Reparaturarbeiten werden nun sukzessive im Rahmen der Bauunterhaltung ausgeführt.” Der Baubeginn am Keller war für September angekündigt worden.
Anfang dieses Jahres war bei einer Begehung durch die Sachbearbeiterin festgestellt worden, dass Wasser in den Keller eindringt. Dieser nach dem Krieg wieder aufgebaute Kellerraum wird vom Burgverein genutzt. In Vitrinen werden unter anderem wertvolle Fundstücke gezeigt. Darunter ein Gerüstholz, das beweist, dass der Bergfried über 800 Jahre alt ist.
Dringender Handlungsbedarf besteht nach Ansicht des Burgvereins an den gotischen Fenstern an der Nordmauer, weil hier Einsturzgefahr bestehe. Anfang des nächsten Jahres wird nach Angaben von Direktor Karl Weber entschieden, ob die Arbeiten an den Fenstergewänden mit erledigt werden, wenn es am Keller losgeht. (m.s.)
Das sagt der Burgverein
„Wir sind enttäuscht, dass die Arbeiten dieses Jahr trotz der Ankündigungen nicht mehr beginnen”, sagt Horst Fenge, Vorsitzender des Burgvereins Felsberg. Nun hoffe man angesichts der früheren Zusagen auf einen zeitnahen Baubeginn im Frühjahr 2017. Fenge: „Im Interesse aller ist, dass größere Schäden und höhere Kosten vermieden werden. Zur Rettung des Juwels Felsburg ist das Steuergeld sinnvoll investiert.” Ganz wichtig sei, einen Bruch der Stürze über den Fenstern zu verhindern, damit wichtige und charakteristische Teile der mittelalterlichen Burg nicht verloren gehen. Mit der Reparatur der bei einem Gewitter im September stark beschädigten Burgbeleuchtung können wir nicht bis ins nächste Frühjahr warten. (m.s.)