Die Jahreshauptversammlung 2020

Felsburg lockt trotz Corona

Sonntags gut besucht – über 2100 Arbeitsstunden geleistet
Von Manfred Schaake

Trotz Corona hat die Felsburg nichts an ihrer Anziehungskraft verloren. Sie ist sonntags nach wie vor gut besucht. „Wir freuen uns über sehr viele Besucher”, sagte Horst Fenge, Vorsitzender des 500 Mitglieder zählenden Burgvereins, in der Jahreshauptversammlung auf der Burgwiese. Wegen Corona konnte die Burg erst Pfingsten geöffnet werden. Sonntags kamen schon an die 200 Gäste. Bei freiem Eintritt ist die Burg bis Ende Oktober jeden Sonntag von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

Nach Angaben Fenges wurden im Vorjahr Reparaturarbeiten am Franzosenturm ausgeführt, der Wasserabfluss sichergestellt und einige Stellen der Burgmauern neu verfugt. Restauratorin Kirsten Harms habe die Mauerkronen inspiziert und die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten über den Instandsetzungsbedarf informiert. Man hoffe auf weitere Arbeiten im nächsten Jahr.

Fenge unterstrich die Forderung, durch Schilder besser auf die Burg hinzuweisen. In der Stadt und der Umgebung sei die Burg spärlich ausgeschildert. Lediglich an der Einfahrt zur Burgstraße seien zwei Schilder aufgestellt worden. Allen beteiligten Behörden sei bekannt, wo im Interesse der Stadt und der Tourismusförderung weitere Hinweise angebracht werden müssten.

„Jeder kleine Handschlag zählt”, sagte Fenge im Hinblick auf den Arbeitsbedarf auf der Burg und im Landschaftsschutzgebiet. Wie aus den einzelnen Berichten hervorging, haben Mitglieder im Vorjahr über 2100 Arbeitsstunden geleistet. „Die Pflege unserer schönen Anlage wird immer schwieriger, weil immer weniger Menschen bereit sind, sich zu engagieren”, sagte Arbeitswart Erik Herzog. Trotz Corona habe man „noch alles im Griff, aber mit nur drei bis vier Mann können wir die Anlage nicht am Leben halten”. Herzog: „Es ist die Burg aller Felsberger, und die Verantwortung trägt die gesamte Bevölkerung.”

Man brauche die Unterstützung aller, damit die Burg nicht verkomme, betonte der Arbeitswart: „Ein Dornröschenschloss will keiner.” Die Felsberger dürften ihre Burg nicht im Stich lassen, und der Spruch am Burgturm sei Mahnung und Aufforderung an alle: „Wahrzeichen der Heimat – seine Erhaltung, unsere Verpflichtung.”

Nach Angaben Herzogs hat allein der Arbeitskreis im Vorjahr über 900 Stunden für die Bevölkerung und das Land Hessen geleistet. Da der Altersdurchschnitt der Arbeitskreismitglieder bei 73 Jahren liege, bekomme die Stundenzahl eine besondere Bedeutung. Mit dem neuen Insektenhotel solle ein Beitrag gegen das Insektensterben geleistet werden, sagte Herzog. Der Burgverein betreibe aktiven Natur- und Landschaftsschutz.

Wie aus den einzelnen Berichten hervorging, waren Mitglieder im Vorjahr über 2100 Stunden für die Burg und den Verein im Einsatz. Darin enthalten sind unter anderem die Betreuung der Burgbesucher, der elf standesamtlichen Hochzeiten und der rund 650 Gäste, die Kulturwart Hans Poth bei Führungen und Vorträgen über die Burg- und Stadtgeschichte informierte. Darunter waren auch 15 Gruppen, unter anderem aus Polen und Frankreich. Groß sei das Interesse bei Geschichts- und Wandervereinen sowie Schulklassen, sagte Poth.
„Eine Überalterung des Vereins ist nicht zu übersehen”, heißt es im Bericht von Wanderwart Heinz Veit. Das Durchschnittsalter der Wandergruppe liege derzeit bei 76 Jahren, Spitzenreiter sei der 88-jährige Franz Weber. Bei den Wanderungen im Vorjahr seien es durchschnittlich über 20 Teilnehmer gewesen.

Premiere beim Burgverein: Erstmals seit der Gründung 1985 fand die Jahreshauptversammlung im Freien statt. Um die Corona-Vorschriften zu erfüllen, traf man sich auf der Burgwiese.
„Solch einen schönen Ausblick gab es bei einer Hauptversammlung noch nie”, sagte Vorsitzender Horst Fenge. Foto: Manfred Schaake