1950 Stunden für die Burg
Verein zieht positive Bilanz – Viele Aktivitäten in diesem Jahr
Von Manfred Schaake
Mitglieder des Burgvereins Felsberg haben im Vorjahr ehrenamtlich 1950 Stunden für den Erhalt des staatseigenen Baudenkmals und die Betreuung der etwa 2000 Besucher geleistet. Diese positive Bilanz wurde in der Jahreshauptversammlung gezogen. „Wir machen Tourismus”, sagte Vorsitzender Horst Fenge angesichts des großen Interesss an der Burg. Mit 530 Mitgliedern ist der Burgverein nach der Eintracht (830 Mitglieder) der zweitgrößte Verein Felsbergs. Acht Gruppen sind im Burgverein aktiv.
„Wahrzeichen der Heimat – seine Erhaltung, unsere Verpflichtung.” Diese Satz am Burgturm müsse weiterhin eine Mahnung für alle sein, sagte Arbeitswart Erik Herzog. Nach seinen Angaben leistete allein der Arbeitskreis knapp 1100 Arbeitsstunden. Der älteste Helfer ist 84. Engagieren, unterstützen, mithelfen – das sei das Motto des Arbeitskreises. Der brauche bei einem Altersdurchschnitt von 72 Jahren dringend Unterstützung. Gerade die heute 50- bis 60-Jährigen seien aufgerufen, sich an der Erhaltung und Pflege der Felsburg zu beteiligen. „Ansonsten sehe ich eine ernsthafte Gefahr für den Fortbestand des Arbeitskreises , sagte Herzog, und: „Es ist bereits Fünf vor Zwölf. Felsberger, lasst Eure Burg nicht im Stich.”
Die Pflege und Instandhaltung des 1000 Jahre alten Juwels Felsburg sei kein Selbstläufer, sagte Herzog: „Ohne dauerndes Bürger-Engagement verwildert solch ein tolles Wahrzeichen unserer Heimat schneller als uns lieb ist.” Arbeitseinsätze finden jeden Monat statt.
Als großen Erfolg werteten Herzog und Vereinsvorsitzender Horst Fenge die Restaurierungsarbeiten im vergangenen Jahr. Unter der Regie der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen seien die einsturzgefährdeten gotischen Fenster gerettet und wertvolle Putzreste aus dem Mittelalter gesichert worden. Für diese Arbeiten „haben wir lange geackert”, beschrieb Fenge den jahrelangen Kampf um einen Baubeginn. Der gute Pflegezustand werde von der Behörde und Besuchern immer wieder gelobt, sagte Fenge. Stellvertretend dankte er dem Ehepaar Majeske und Dieter Diesing. Fenge: „Jeder Handgriff zählt!”
Als neue Attraktion für Burgbesucher bezeichnete Fenge den Sperrbalken am Eingangstor – eine von Zimmerermeister Lutz Euler und Diplom-Restauratorin Kirsten Harms gespendeter Eichenbalken nach mittelalterlichem Vorbild. Einen solchen Sperrbalken gebe es in Hessen nur noch im Friedberger Schloss.
Auf Kosten des Vereins werden laut Fenge Geländer an den Wegen verlängert und die Treppen des Aufganges Eselspfad erneuert.
„Wie dem Arbeitskreis fehlt auch uns der Nachwuchs”, sagte Wanderwart Heinz Veit: „Gelingt es nicht, jüngere Menschen für die Arbeit um die Burg und im Vorstand zu gewinnen, werden alle Bemühungen um die Erhaltung unseres Kleinods ins Leere laufen.” Die Frauenwandergruppe habe ein Durchschnittsalter von 83 Jahren, bei der Weitwandergruppe seien es 74,8 Jahre. Älteste Teilnehmer seien Anneliese Lohmann (94) und Franz Weber (86). Als wichtige Kulturträger wurden der Singkreis sowie die Dialekt- und Mundartgruppe gewürdigt. Ingrid Maifarth wies darauf hin, dass auf der Felsburg immer mehr standesamtliche Hochzeiten stattfinden.
„Ihre gelebte Gemeinschaft ist vorbildlich”, sagte Bürgermeister Volker Steinmetz zur Arbeit des Burgvereins. Er empfahl, auch Touristen als Mitglieder zu werben.
 Prinzessin Wilhelmine und der Drache
„Das Interesse an unserer Burg ist ungebremst”, sagte Kulturwart Hans Poth. Führungen, Kulturveranstaltungen und der Tag des offenen Denkmals seien Publikumsmagnete gewesen. Zwölf Gruppen seien zu Burg- und Stadtführungen gekommen. Auch 2018 gibt es wieder mehrere Veranstaltungsangebote.
Ein Auszug:
- 27. Mai 9.30 Uhr Volkswandertag.
- 30. Juni 19 Uhr Theater auf der Burg: „Gefährlicher Wandern mit den Brüdern Grimm.”
- 1. Juli 15 Uhr: „Papas Geburtstag – Prinzessin Wilhelmine und der Drache.”
- 9. September Tag des offenen Denkmals, „Entdecken, was uns verbindet”. Führungen ab 11 und 14 Uhr.

Fritz Schäffer seit 60 Jahren dabei
Besonders geehrt wurde in der Hauptversammlung Fritz Schäffer. Der 84-Jährige ist seit 60 Jahren dabei und das derzeit „dienstälteste” Mitglied des Vereins. Vorsitzender Horst Fenge würdigte Schäffers jahrzehntelanges Engagement im Arbeiskreis. Schäffer war schon unter dem ersten Nachkriegs-Vorsitzenden Emil Kördel aktiv. Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden geehrt: Harald Wolfram, Stefan Schmid, Willi Salzmann, Wolfgang Knaust, Hildegard Eben, Marlies Vollenbruch, Thomas Schmidt, Reiner Herzog und Horst Kranz. 63 Mitglieder wurden für zehnjährige Mitgliedschaft geehrt. Sie alle waren vom damaligen Vorsitzenden Thomas Schmidt geworben worden.

 Ehrungen 2018

Herzlichen Dank: Horst Fenge, Erik Herzog und Georg von Vogt dankten den zur Ehrung Anwesenden: von links  Host Kranz, Volker Steinmetz, Willi Salzmann, Stefan Schmid, Reiner Herzog. Vorn Fritz Schäffer, Gudrun Möller, Christa Müller, Anne und Jürgen Schroschk sowie Wolfgang Knaust. Foto: Schaake