1600 Stunden für die Burg - Verein zieht positive Bilanz - Viele Aktivitäten in diesem Jahr
Von Manfred Schaake
Mitglieder des Burgvereins Felsberg haben im Vorjahr ehrenamtlich über 1600 Stunden für den Erhalt des staatseigenen Baudenkmals und die Betreuung der über 2000 Besucher geleistet. Diese positive Bilanz wurde in der Jahreshauptversammlung gezogen. Mit 550 Mitgliedern ist der Burgverein nach der Eintracht (840 Mitglieder) der zweitgrößte Verein in Felsberg. Acht Gruppen sind im Burgverein aktiv. Allein 900 Stunden leistete der Arbeitskreis. „Wahrzeichen der Heimat – seine Erhaltung, unsere Verpflichtung.” Dieser Satz am Burgturm müsse stets eine Mahnung für alle sein, sagte Arbeitswart Erik Herzog. „Enttäuscht waren viele Arbeitskreismitglieder über die Vorgehensweise einiger Politiker und Behörden im Zusammenhang mit den dringend notwendigen Instandsetzungsarbeiten”, sagte Herzog. Jetzt sei endlich Bewegung in die Thematik gekommen – HNA berichtete.
Engagieren, unterstützen, mithelfen – das sei das Jahresmotto des Arbeitskreises. Die heute 50- bis 60-Jährigen seien aufgerufen, sich an der Erhaltung und Pflege der Felsburg zu beteiligen. Herzog: „Ansonsten sehe ich eine ernsthafte Gefahr für den Fortbestand des Arbeitskreises.” Die Instandhaltung und Pflege des 1000 Jahre alten Juwels Felsburg sei kein Selbstläufer: „Ohne dauerndes Bürger-Engagement verwildert solch ein tolles Wahrzeichen unserer Heimat.” „Jeder Handschlag zählt”, sagte Vorsitzender Horst Fenge. Erfreulich sei, dass die notwendigen Instandsetzungsarbeiten jetzt endlich in Gang kommen. Fenge dankte den Politikern Günter Rudolf, Dieter Posch, Mark Weinmeister und Volker Steinmetz sowie der Stadtsparkasse für die Unterstützung. Mehr als 2000 Besucher sind nach den Worten Fenges ein Beweis dafür, dass die Burg eine enorme Anziehungskraft habe. Sogar aus Finnland, Australien, Washington, Minnesota, Großbritannien, Tschechien und Äthiopien seien Gäste gekommen. Zwölf Gruppen mit über 300 Besuchern nahmen an den Führungen von Kulturwart Hans Poth teil. Poth beantwortet immer wieder historische Anfragen von Bürgern, Historikern und Schulklassen aus ganz Nordhessen und hält Vorträge. Sehr aktiv sind nach den Worten von Wanderwart Heinz Veit die Weitwandergruppe mit einem Durchschnittsalter von 72,8 Jahren und die Frauenwandergruppe (80 Jahre). Älteste Teilnehmerin sei die 94-jährige Anneliese Lohmann.

Dialekt ein wichtiges Stück Heimat
Ehrenvorsitzender Heiner Maifarth appellierte an alle, den Dialekt nicht zu vergessen: „Pladdeschwatzen sollte gehegt und gepflegt werden, unsere Heimatsprache ist ein wichtiges Stück Heimat.” Die Dialekt- und Mundartgruppe trifft sich jeden dritten Donnerstag im Monat ab 19 Uhr im Marktplatzhäuschen vier. 28 Interessierte kommen. Anerkennung gab es auch für den Singkreis (Leitung Liesel Hohmann/Norbert Martin), die Spinnstube und Brauchtumsgruppe (Marlis Fenge) und Wegewart Hubert Göritzer. Burg- und Heiligenbergverein seien wichtige Kulturträger und verdienten jede Unterstützung, sagte Bürgermeister Volker Steinmetz. Felsburg und Heiligenberg seien Dank des Vereinsengagements Augenweiden. „Der Burgverein ist ein breitgefächerter Kulturträger und leistet Knochenarbeit im Dienst unserer Heimat”, lobte Ortsvorsteher Klaus Döll. Die Bürger könnten stolz sein auf die gute Gestaltung des Ortsbildes durch beide Vereine, sagte namens des Heiligenbergvereins Hannelore Mark.

Grimmsche Schlösser und Burgen
Kulturveranstaltungen auf der Burg und der Tag des offenen Denkmals waren nach Angaben von Kulturwart Hans Poth im Vorjahr Publikumsmagnete. Auch 2017 gibt es wieder mehrere Veranstaltungsangebote. Ein Auszug:
28. Mai Volkswandertag.
17. Juni 19.30 Uhr Theater für Erwachsene unter dem Motto Grimmsche Schlösser und Burgen,
18. Juni 16 Uhr, Theater für Kinder „Die Piratinnen”.
25. Juni 11 Uhr Führung zum Tag der nordhessischen Schlösser und Burgen.
10 September 11 Uhr Burgführung zum Tag des offenen Denkmals unter dem Motto „Macht und Pracht”.
24. September 14.30 Uhr Dialekt- und Mundartnachmittag.

Beliebter Ort zum Heiraten 
Die Felsburg hat sich zu einem Heiratsparadies entwickelt. Seit 2007 haben in der dem Heiligen Pankratius geweihten ehemaligen Burgkapelle knapp 140 standesamtliche Trauungen stattgefunden. Voriges Jahr waren es 16, für dieses Jahr gibt es schon 17 Anmeldungen, berichtete Ingrid Maifarth. Sie betreut die Hochzeitspaare zusammen mit Gisela und Erich Majeske. Eine Attraktion nach den Trauungen: Renate Braun lässt Tauben fliegen, die den Frischvermählten Glück bringen sollen. Die Anmeldungen für die Hochzeiten laufen über das städtische Standesamt.

Gold, Silber und Bronze
Für 40-, 25- und zehnjährige Mitgliedschaft wurden folgende Mitglieder des Burgvereins geehrt: Inge Hundeshagen, Dr. Bernd-H. Ruhl, Karl-Heinz Zimmermann, Erik Herzog, Rainer Lindenberg, Margarete Alter, Marianne Müller, Manfred Wolf, Hubert Marcinek, Ernst Daniel Schaake, Fritz Strack, Stefanie Günther, Peter Rothämel, Edith Bußmann-Erler, Lea Erler, Heinz Inauen, Irmgard Funke, Joachim Funke, Dirk Hübenthal, Roswitha Kamm-Puh und Feli Salzmann. (m.s.)

JHV 2017
Herzlichen Glückwunsch: Die zur Ehrung Anwesenden in der Jahreshauptversammlung des Burgvereins Felsberg.   Foto: Schaake