1600 Stunden für die Burg

Vorsitzender Fenge: Jeder Handschlag zählt – Verein zog eine positive Bilanz  
 VON MANFRED SCHAAKE

Mitglieder des Burgvereins Felsberg haben im Vorjahr ehrenamtlich über 1600 Stunden für den Erhalt des staatseigenen Baudenkmals und die Betreuung der
weit über 2000 Besucher geleistet. Diese positive Bilanz wurde in der  Jahreshaupt-versammlung gezogen. Mit 560 Mitgliedern ist der Burgverein nach der Eintracht (810 Mitglieder) der zweitgrößte Verein in Felsberg. Neun Gruppen sind im  Burgverein aktiv.
Allein 900 Arbeitsstunden leistete der Arbeitskreis.
„Wahrzeichen der Heimat – seine Erhaltung, unsere Verpflichtung.“ Dieser Satz am Burgturm müsse stets eine Mahnung für alle sein, sagte Arbeitswart Erik Herzog.
Das Durchschnittsalter der Arbeitskreismitglieder liege bei 71 Jahren. Der Arbeitskreis und auch der Verein bräuchten dringend Nachwuchs.
„Die Instandhaltung und Pflege des 1000 Jahre alten Juwels Felsburg ist kein Selbstläufer“, sagte der Arbeitswart:
„Ohne dauerndes Bürger-Engagement verwildert solch ein tolles Wahrzeichen der Heimat.“

Vertrauensbeweis für Horst Fenge


Bei durchweg einstimmigen Beschlüssen hat der Burgverein Felsberg für die nächsten drei Jahre einen neuen Vorstand gewählt. Das Ergebnis: 1. Vorsitzender Horst Fenge, 2. Vorsitzender Georg von Vogt, Kassierer Thomas Gipper, Schriftführerin Marlis Fenge, Burgwarte Erich und Gisela Majeske, Arbeitswart Erik Herzog, Wanderwart Heinz Veit, Kulturwart Hans Poth, Wegewart Hubert Göritzer.

Schmierereien

„Jeder Handschlag zählt“, sagte Vorsitzender Horst Fenge. Er bedauerte, dass durch Einbrüche und Schmierereien immer wieder Schäden an dem Baudenkmal entstehen. Bedauerlich sei auch, dass es trotz jahrelanger intensiver Bemühungen bei den Landesbehörden bisher nicht gelungen sei, Bauschäden an den Mauern und am Burgkeller zu beseitigen. Hier sei der Staat in der Pflicht.
Mehr als 2000 Besucher sind nach den Worten Fenges ein Beweis dafür, dass die Burg eine enorme Anziehungskraft habe.
Sogar aus Schweden, Norwegen Italien und Kalifornien seien Gäste gekommen. Allein 1200 Besucher nahmen an Führungen von Kulturwart Hans Poth teil.

Wandergruppen

Sehr aktiv ist nach den Worten von Wanderwart Heinz Veit die Weitwandergruppe
mit einem Durchschnittsalter von 72 Jahren und die Frauenwandergruppe (80 Jahre). Älteste Teilnehmerin sei die 93 jährige Anneliese Lohmann.

Dialekt ein wichtiges Stück Heimat


Ehrenvorsitzender Heiner Maifarth appellierte an alle, den Dialekt nicht zu vergessen: „Pladdeschwatzen sollte gehegt und gepflegt werden, unsere Heimatsprache ist ein wichtiges Stück Heimat.” Die Dialekt- und Mundartgruppe trifft sich jeden dritten Donnerstag im Monat im Marktplatzhäuschen. Anerkennung gab es auch für den Singkreis (Leitung Liesel Hohmann), die Spinnstube und Brauchtumsgruppe (Marlis Fenge) und Wegewart Hubert Göritzer. „Der Burgverein ist ein Glücksfall für Felsberg”, sagte Bürgermeister Volker Steinmetz. 1600 Arbeitsstunden seien eine beachtliche Leistung, „und jede Stunde ist für uns wertvoll”. Burg- und Heiligenbergverein seien wichtige Kulturträger. Steinmetz regte ein gemeinsames Gespräch mit Stadtjugendpflege und Schulen an, um junge Menschen für die Arbeit des Burgvereins zu gewinnen. Steinmetz gratulierte Kulturwart Hans Poth und Ehrenvorstand Manfred Schaake zur Verleihung des Bundesverdienstordens durch den Bundespräsidenten. Beide hätten für Felsberg und die Burg viel bewegt. Schaake hatte 18 Jahre lang die schwierige Sanierung der Felsburg begleitet und in ungezählten Verhandlungen mit Politikern aller Landtags-Parteien dafür gesorgt, dass die Finanzierung klappte. Namens des Heiligenbergvereins Gensungen sagte Hannelore Mark, der Burgverein könne stolz auf seine Leistung sein. Sie wies auf die gute Zusammenarbeit zwischen beiden Vereinen hin. Wie berichtet, war der Heiligenbergverein kürzlich mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis ausgezeichnet worden. Der Vorschlag kam von Manfred Schaake.

„Der Burgverein ist ein Glücksfall für Felsberg“, sagte Bürgermeister Volker Steinmetz. 1600 Arbeitsstunden seien eine beachtliche Leistung, „und jede Stunde ist für uns wertvoll.

Beliebter Ort zum Heiraten

Die Felsburg hat sich zu einem Heiratsparadies entwickelt.
Seit 2007 haben in der dem Heiligen Pankratius geweihten ehemaligen Burgkapelle über 120 standesamtliche Trauungen stattgefunden. Das berichtete Ingrid Maifarth.
Sie betreut die Hochzeitspaare zusammen mit Erich und Gisela Majeske. Die
Anmeldungen laufen über das Standesamt. Eine Attraktion nach den Trauungen: Renate Braun lässt Tauben fliegen, die den Frischvermählten Glück bringen sollen.

Kulturtermine

Kulturveranstaltungen auf der Burg und der Tag des offenen Denkmals waren nach Angaben von Kulturwart Hans Poth im vergangenen Jahr Publikumsmagnete.
Auch in diesem Jahr gibt es wieder mehrere Veranstaltungsangebote.
Ein Auszug:
29. Mai Volkswandertag;
• 18. Juni, 19.30 Uhr, Theater für Erwachsene unter dem Motto Grimmsche Liebe und Erotik;
• 25. Juni Denkmal-, Burgen- und Schlössertag der Grimm-Heimat Nordhessen;
• 3. Juli Theater für Kinder: „Die Steinsuppe“;
• 11. September Burgführung zum Tag des offenen Denkmals.

Wahlen:


• Der neue Vorstand:
1. Vorsitzender Horst Fenge,
2. Vorsitzender Georg von Vogt
Kassierer Thomas Gipper, Schriftführerin Marlis Fenge,  Burgwarte Erich und Gisela Majeske,  Arbeitswart Erik Herzog,  Wanderwart Heinz Veit,  Kulturwart Hans Poth,  Wegewart Hubert Göritzer.

Ehrungen:


Silberne oder bronzene Ehrennadeln für 25- und zehnjährige Mitgliedschaft im Burgverein erhielten:
Marie Griesel, Lieselotte Schanze, Josef Schrödl, Norbert Fülling, Erich Majeske, Gisela Majeske, Hubert Göritzer, Berta Göritzer, Enno Willi Salzmann, Nicole Salzmann, Lorena Salzmann, Pia Salzmann, Cora Salzmann, Gertrud Küchmann, Helga Ries, Helmut Lippert, Wida Lippert, Johann Lukas, Uschi Völp, Autohaus Griesel, Christoph Singer, Autohaus Hupfeld, Florian Lorenz, Volker Hansmann, Hildegard Siemon, Karl-Heinz Alter, Ute Alter, Ilse Harbusch, Isabell Langguth,
Erik Teiß und Peter Sauer

Vorstand

Ehrungen

Ein Teil der geehrten Mitglieder, zusammen mit dem 1. Vorsitzenden des Burgvereins.
Fotos: Schaake